Statement Produktbeschreibungen


Liebe Leserinnen, liebe Leser!


Sofern nicht anders angeführt, ist Andy Bigler (Genuss Autor, Blogger und Kolumnist) für alle Artikelinhalte verantwortlich!


GENÜSSLICHE GEDANKEN veröffentlicht keine Produkt- oder Betriebsbewertungen! Es wird ausschließlich informiert und vorgestellt und das möglichst objektiv und wertfrei, was allerdings nicht immer ganz so einfach ist. Dafür gibt's dann die Rubrik "Ansichtssache" ...


Freitag, 16. Juni 2017

Ein ewig aktuelles Thema


Weine lagern und reifen lassen und wenn ja, wie lange?



Fragen wie, "kann ich den lagern", "ist der auch in zwei Jahren noch gut" , "wie kann ich feststellen ob ein Wein lagerfähig ist", werden mir sehr oft gestellt.

Unbestreitbar, Weine leben und entwickeln sich. Frisch gefüllt zeigen sie oftmals ungestüme Lebendigkeit, wirken frisch und spritzig und zeigen Entwicklungspotential. Aber über welchen Zeitraum wird sich die Etwicklung erstrecken?



Schmeckt, also kaufen und lagern für später?

Wenn also ein junger Wein ganz besonders gut schmeckt kaufen und lagern bevor er ausverkauft ist? Vorsicht, auch wenn jeder Wein Entwicklungspotential besitzt, heißt das noch lange nicht, dass er über einen längeren Zeitraum gelagert werden sollte.  Aber wie erkennt man jetzt ob sich eine Lagerung empfiehlt und vor allem, wie lange lagern, ein paar Monate, ein paar Jahre oder gar Jahrzehnte?


Eine einfache Methode, um Potential zu erkennen

Dazu bedarf es weder eines Weingurus, der sich seine Weisheiten gut bezahlen lässt und auch keiner weinanalytischen Kenntnisse und die dafür benötigten Utensilien kosten nicht all zu viel. Notizzettel, Schreibgerät, besagter Wein und ein wenig Zeit, mehr braucht es nicht für den Lagerpotential - Test

Auch wenn der Wein noch so gut mundet, maximal ein bis zwei Gläschen verkosten, sich dazu seine persönlichen Notizen machen (dabei geht’s in erster Linie um den persönlichen Geschmack, was andere meinen ist nicht wirklich relevant), die Flasche anschließend wieder verschließen und ab in den Kühlschrank.

Anmerkung: Das Wiederverschließen mit Schraub- oder Glasverschluss gilt als sichere Sache. Bei Naturkorken ist Vorsicht geboten! Lässt sich der Kork nicht wieder mit der ursprünglichen Innenseite in die Flasche stecken, nicht einfach umgekehrt verwenden (die "dreckige" Außenseite wird den Wein mit großer Wahrscheinlichkeit negativ beeinflussen)!

Innerhalb der nächsten zwei Tage wiederholt man die ganze Prozedur. Man braucht wirklich kein Weinprofi zu sein, um festzustellen, dass sich der Wein im Vergleich zum ersten Tag verändert hat. Auch wenn’s jetzt noch besser geschmeckt hat, zurückhalten, nicht austrinken! Zumindest ein Gläschen für einen weiteren Test in der Flasche belassen. Dann ab in den Kühlschrank, usw., usw. …..


Ergebnisse richtig interpretieren

Nochmals, man braucht kein Weinguru zu sein, um mit dieser Methode feststellen zu können, ob der Test Kandidat auch in Zukunft für weingenüssliches Vergnügen sorgen wird.

Wenn ein Wein mittelfristiges bis längerfristiges Lagerpotential besitzt, wird er von Tag zu Tag harmonischer. Anfänglich eventuell störende Komponenten, wie vordergründige Säure oder dominante Fruchtkomponenten integreren sich und es entsteht eine harmonisches Geruchs- und Geschmacksbild. Er is noch immer lebendig und hat eine belebende Gesamtstruktur. Einfach ausgedrückt, er schmeckt nicht nur noch immer gut, sondern sogar noch besser als am ersten Tag. So ein Wein kann ruhigen Gewissens zum Zweck der Reifung gekauft und an einem kühlen Ort mit geringen Temperaturschwankungen gelagert werden. Er wird sich gut entwickeln und in den Folgejahren weiterhin Trinkgenuss bereiten!

Um eventuellen Enttäuschungen vorzubeugen, diesen Test auch in den Folgejahren durchführen. Wenn dann der persönliche Geschmack zu erkennen gibt, der Höhepunkt sei bald erreicht, einfach genießen, ohne lange darüber nachzudenken, was wäre wenn!

Sollte ein Wein nach einem Tag zwar noch schmecken, man aber das Gefühl haben, das Aroma würde sich verflüchtigen, dann handelt es sich um einen Wein, der eher für die Gegenwart bestimmt ist. Das bedeutet  aber nicht, so ein Wein würde nichts taugen! Es ist schlicht und einfach ein Wein, der jugendlich genossen werden sollte.


Fazit: Egal wie alt oder wie jung ein Wein ist, ob er schmeckt ist eine ganz persönliche und daher auch sehr subjektive Angelegenheit. Weinbeschreibungen und Weinbewertungen in Fachmagazinen, sollten frei von persönlichen Geschmacksvorlieben sein. Es sind Wegweiser für WeingenießerInnen, die den Einkauf erleichtern und bei der Entscheidung einer möglichen Lagerung behilflich sein sollen. Ob so eine neutrale Empfehlung bezüglich Potential und Lagerung auch dem persönlichen Geschmacksbild entspricht, lässt sich ja zum Glück ganz einfach herausfinden …

Kommentare:

  1. Das mag ja alles recht schön und gut sein, aber wie stelle ich fest ob mir der Wein in zwei oder drei Jahren noch immer genauso gut schmecken wird wie heute, wenn sie doch gleichzeitig schreiben, dass sich ein Wein im Lauf der Jahre verändert? Mit Verlaub, das klingt nach Klugscheißerei.

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    1. Klugscheißerei ok, aber nur dann wenn jemand Probleme haben sollte Text richtig zu lesen, oder besser gesagt, dessen Inhalt richtig zu verstehen! Es steht nirgends, dass die anfängliche Gesamterscheinung beim Lagern erhalten bleibt. Da steht was von Potential und Entwicklung

      Wenn dir, lieber Anonym, ausschließlich primärfruchtige Jungspunde schmecken, dann solltest du für dich selbst gar keine Weine lagern, denn Entwicklung heißt Veränderung! Wäre dem nicht so würden wir wohl alle bis zu unserem letzten Tag mit vollgekackten Windeln herum rennen.

      Das hätte ich eventuell noch anmerken sollen, mein Fehler, aber hiermit ist auch dem Genüge getan.

      Danke für den Hinweis
      Andy, der Genuss Autor

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